CULTURAL-E ist ein von der EU finanziertes Projekt, das modulare und replizierbare Lösungen für Plusenergie-Gebäude (PEBs) definiert, wobei klimatische und kulturelle Unterschiede berücksichtigt werden und alle wesentlichen Akteure in den Lebenszyklus von Gebäuden mit einbezogen werden.
Das Ziel von CULTURAL-E ist über beinahe Null-Energie-Häuser (nZEB) hinaus einen Schritt weiter in die Zukunft der Plusenergie-Gebäude (PEBs) zu gehen. Das Team nähert sich dem Thema, indem es die klimatischen und kulturellen Unterschiede hinsichtlich der Nutzung von Wohngebäuden in Europa betrachtet. Bis zum Projektende April 2025 werden im Rahmen des Projektes vier neue Plusenergie- Gebäude in Frankreich, Deutschland, Italien und Norwegen entstehen.
CULTURAL-E entwickelt neue, auf den entsprechenden Kontext und die jeweiligen Energiebedarfe zugeschnittene Technologien und Lösungen, um ein optimiertes Kosten-/Nutzenverhältnis für Plusenergie- Gebäude zu erreichen.
Durch eine sorgfältige Kartierung des europäischen Klimas, der Gebäudetypen und kulturellen Energiegewohnheiten werden Technologie-Sets für 4 exemplarische Klima- und Kulturzonen untersucht. Das Projekt hat eine Laufzeit von 5 Jahren und umfasst vier Demonstrationsprojekte für Mehrfamilienhäuser in:
• Castenaso (IT), für den Mittelmeerraum
• Lille (FR), für den ozeanischen Raum
• Ostfildern Ruit (Stuttgart - DE), für den kontinentalen Raum
• Oslo (NO), für den subarktischen Bereich
Das Projekt wird von Eurac Research, einem Forschungszentrum mit Sitz in Bozen (Italien), koordiniert und umfasst 17 Teilnehmer, darunter lokale Behörden, KMU, Technologieanbieter, Designer, europäische Universitäten und europäische Dachverbände.
Entwicklung eines einfach replizierbaren Plus-Energie-Gebäude-Konzepts.
Bewertung der Lebenszykluskosten und Vergleich mit dem nZEB-Standard (GEG-Standard) mit Einbeziehung der grauen Energie und CO2-Emissionen bei der Gebäudeerstellung und möglicher externer oder indirekter Kosten (sog. Co-Impacts). Untersuchung und Bewertung von der Amortisation von Mehrkosten gegenüber einem Gebäude mit nZEB-Standard (GEG-Standard).
Entwicklung von Business Modellen für Plus-Energie-Gebäude (PEB), die sowohl Betriebscontracting für die Lieferung von Wärme und Strom, als auch Mietmodelle einschließlich Wärme und Strom umfassen. Die Eigentümer der Demo-Projekte reichen von einem Generalunternehmer über eine private Wohnungsbaugenossenschaft, einem privaten Anbieter von Sozialwohnungen bis hin zu einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft und decken die meisten Geschäftsmodelle in neuen Mehrfamilienhäusern ab. Der Business Model Canvas wird auf die Bedürfnisse der Demofälle und die Verkaufs-/Vermietungsstrategie zugeschnitten.
Entwicklung des Energie- und Komfortkonzepts mit dem Plusenergieziel unter Einsatz von dynamischen Gebäudesimulationen.
Analyse nationaler Förderprogramme und lokaler Politiken, die die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien in Gebäuden unterstützen oder behindern können.
Entwicklung eines EXCEL-Tools zur Analyse der Lebenszykluskosten unter Einbeziehung der CO2-Emissionen bei der Gebäudeerstellung und der grauen Energie.
Analyse der Lebenszykluskosten des Demo-Gebäudes in Ostfildern Ruit und von zwei standardisierten solution sets in den vier im Projekt betrachteten Klimazonen.
Weiterentwicklung der Business Modelle von Projektentwickler und Generalunternehmer, um die Verbreitung von Plus-Energie-Gebäuden zu unterstützen.
Design und Begleitung der Umsetzung des Monitoringsystems und Abstimmung mit den anderen Projektpartnern, Begleitung der Inbetriebnahme und Evaluierung während der Nutzung, um die definierten Ziele zu gewährleisten: Plus-Energie-Bilanz, Treibhausgasemissionen, Innenraumqualität, smart readiness, Gebäudeflexibilität, Nutzerakzeptanz.