Für die grüne Herstellung von Wasserstoff in Elektrolyseuren wird als Wassergrundlage üblicherweise Frischwasser verwendet. Das Frischwasser wird in einem mehrstufigen Prozess zu Reinstwasser aufbereitet, das eine ausreichend geringe elektrische Leitfähigkeit (<<100 µS/cm) für den Elektrolyseprozess aufweist. Die Nutzung von Frischwasser als Ausgangsprodukt führt vor allem in wasserarmen Regionen oder während Trockenperioden zu Nutzungskonkurrenzen. Alternative Wasserquellen wie Abwasser und Prozesswasser rücken daher zunehmend in den Forschungsfokus. Es gilt zu untersuchen, welche Aufbereitungsschritte durchzuführen und wie diese zu konzeptionieren sind, um aus alternativen Wasserquellen Reinstwasser mit einer ausreichend geringen elektrischen Leitfähigkeit für den Elektrolyseprozess herzustellen. Außerdem müssen Konzepte zur effizienten Behandlung und Weiterverwendung der anfallenden nährstoffreichen Konzentrate aus dem Wasser-Aufbereitungsprozess entworfen werden, da diese bislang primär entsorgt werden.
Auf dieser Grundlage setzt sich das Forschungsvorhaben ReNexValue
das Ziel, ein sektorübergreifendes, modulares Gesamtsystem zur nachhaltigen Aufbereitung von Abwasser bis hin zu hochwertigem Reinstwasser für die Wasserstoffproduktion zu entwerfen. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Behandlung der Konzentrate aus dem Wasser-Aufbereitungsprozess gelegt, um Nährstoffe und andere wertvolle Elemente zurückzugewinnen und diese der Kreislaufwirtschaft anstatt einer Entsorgung zuzuführen. Hierzu sollen die Prozessketten der weitergehenden Wasseraufbereitung, Reinstwasseraufbereitung, Konzentratbehandlung und Wasserstoffelektrolyse innovativ und intelligent miteinander gekoppelt werden, während Abwärme des Prozesses genutzt und Nähr- und Wertstoffe aus den Konzentraten zurückgewonnen werden. So können Ressourcen geschont und Synergien im Wasser- und Energiesektor geschaffen werden, um kommunale und industrielle Wasser- und Energieinfrastrukturen in Richtung zukunftsfähiger Systeme zu transformieren. Das Forschungsvorhaben definiert dazu die folgenden fünf Grundprinzipien und Projektziele:
Das Reinstwasser, das aus dem vorbehandelten Abwasser hergestellt wurde, wird am bestehenden Projektstandort dem Hydrogen Terminal in Braunschweig dem realen Elektrolyseprozess zugeführt und die Auswirkungen werden untersucht. Neben der Integration des Inputwassers sollen außerdem die Elektrolyse-Nebenprodukte Sauerstoff und Abwärme hinsichtlich ihrer Nutzungspotenziale für weitere Prozessschritte wie die Ozonproduktion, Reinstwasseraufbereitung und Konzentratbehandlung untersucht werden. Die angewandte Forschung am Standort des Hydrogen Terminals zielt auf folgende Fokusbereiche ab: